THE KÖLN CONCERT • Nebia THE KÖLN CONCERT • Nebia

THE KÖLN CONCERT

Trajal Harrell / Zürich Dance Ensemble

Zur Musik von Keith Jarrett und Joni Mitchell

Fr 05.03.27 um 19:30
Sa 06.03.27 um 19:30

In Nebia

In The Köln Concert wirbeln sieben Performer:innen zu Musik von Keith Jarrett und Joni Mitchell über die Bühne.

Dauer: 50 Min.

Trajal Harrell hat mit The Köln Concert zweifelsohne ein choreografisches Juwel erschaffen und letzterem den Feinschliff durch seinen Erfahrungsschatz im Voguing, der allgemeinen Kunstgeschichte und Club-Kultur versetzt. Von der internationalen Kritik als eine der besten Tanzproduktionen der letzten Jahre gefeiert, lässt The Köln Concert sieben Performer:innen zu den Liedern von Joni Mitchell und der legendären Aufnahme von Keith Jarrett wörtlich über die Bühne schweben. Wir folgen ihnen bei diesem berauschenden Aufstieg, sehen sie stolz und voller Anmut auf den Zehenspitzen wirbeln und uns dabei unbeirrt direkt in die Augen blicken. Und spätestens mit der Magie des grossen Finales steht fest: Ja, wir befinden uns auf (der Tanz) Wolke sieben!

 

Auszug aus einem Interview von Trajal Harrell durch die Dramaturgin Katinka Deecke
(aus dem Online- Spielzeitheft 20/21 vom Schauspielhaus Zürich entnommen)

[…] Voguing ist eine Kultur, eine Bewegung, eine Lebensart, die in den 1960er Jahren in den afro- und lateinamerikanischen Nachtclubs in Harlem entstanden ist, und aus der sich auch ein Tanzstil entwickelt hat. Beim Voguing treten in sogenannten Balls Teilnehmerinnen vor eine kritische Jury gegeneinander an. Diese Teilnehmerinnen sind häufig queer oder arm oder schwarz bzw. braun – oder alles zugleich – und versuchen sich in den sozialen Räumen der weißen wohlhabenden Mehrheitsgesellschaft. […] Es geht beim Voguing darum, dass Menschen, die von der vorherrschenden Öffentlichkeit an den Rand gedrängt werden, weil sie nicht dem entsprechen, was diese Öffentlichkeit als Standard und Normalität gesetzt hat, sich selbst eine Öffentlichkeit schaffen. Es geht darum, sich bei den Voguing-Balls eben jene Rollen anzueignen, die Ausgegrenzten und Diskriminierten im Alltäglichen meist verwehrt sind. Ziel dieser Aneignung ist die sogenannte Realness. Realness heißt, dass man versucht, den sozialen Rollen, die man im Alltag nicht spielen darf, möglichst nahe zu kommen. Die Identitäten, die man nicht leben darf, sich zu greifen und täuschend echt auszuagieren. Wichtig ist dabei nicht so sehr das Äußere, obwohl in den Balls ein großer Aufwand in Kostüme und Make-up gesteckt wird, sondern eher die Haltung und das Selbstbewusstsein, mit denen diese Rollen verkörpert werden. Diese Haltung eben nennt man im Voguing Realness, und sie erlaubt denen, die unsichtbar gemacht werden und denen die Zugänge zu gesellschaftlicher Teilhabe verwehrt sind, ihren Anspruch auf Teilhabe stolz zu formulieren. Trajal Harrell arbeitet viel mit Realness. Er spielt mit tradierten Rollenbildern und Vorstellungen, kombiniert in seinen Stücken Identitäten, die den gängigen Auffassungen nicht entsprechen, und ermächtigt so jene, die um ihren Platz und um einfachste Anerkennung kämpfen müssen. […]
Das Einzige, was Sie brauchen, ist Ihre Sensibilität. Sie wird Ihnen erlauben, den sieben Tänzer:innen auf der Bühne in kürzester Zeit nahe zu kommen.“

Die Echos

« «The Köln Concert»: Trajal Harrell rencontre Keith Jarrett et la soirée ressemble à un rêve éveillé »

Besetzung

Ein Stück von: Trajal Harrell / Zürich Dance Ensemble
Mit: New Kyd, Maria Ferreira Silva, Trajal Harrell, Nojan Bodas Mair, Thibault Lac, Songhay Toldon, Ondrej Vidlar
Regie, Choreografie, Bühnenbild, Tonaufnahme und Kostüme: Trajal Harrell
Musik: Keith Jarrett, Joni Mitchell
Licht: Sylvain Rausa
Dramaturgie: Katinka Deecke
Produktionsassistenz: Camille Roduit, Maja Renn
Technisches Team der Tournee: Susanne Affolter, Petra Kenneth, Pablo Weber
Management und internationale Beziehungen: Björn Pätz
Tourmanagement und Kommunikation: Cynthia Naef
Produktion: Schauspielhaus Zürich

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